Hunde

Zughunde-sport Dogscooting Bike-Jöring

Was macht einen „Zughund“ aus?

"In my experience, a good Alaskan will hook up, even as a pup, and throw itself into harness, pulling enthusiastically with the team from the very first hookup, for a short run. There are some that take some time to adjust, but in my opinion, a good dog will have it from the start. "

 Matt Nicol, Ontario Dogsledding Tours  Quelle

Grundsätzlich ist jeder Hund zum Ziehen geeignet. Ob er es wirklich will, steht auf einem anderen Blatt- Verständlicherweise kommen für das Dogscooting aber eher mittlere und größere Hunde in Frage. Es gibt auch Teams mit kleinen Hunden, diese stellen aber sicherlich die Ausnahme dar.

Wann kann man mit dem Zugsport anfangen?

Diese Frage wird unter den Hundehaltern immer wieder heiß diskutiert und ist gerade für Anfänger ein regelmäßiges Thema. Junghunde der klassischen Zughunderassen werden häufig im Alter ab 6 Monaten an die Aufgabe heran geführt. Erste leichte Zugübungen, im Gespann oder auch solo, gehören da zum Programm. Die Strecken und der Zeitumfang sind dabei nicht wirklich lang. Hunde mit "Desire to go" werden sich auch von Beginn an ohne Probleme ins Geschirr werfen und arbeiten wollen.

 

Der Zeitpunkt ab 6 Monate ist insofern richtig, als dass man eine wichtige Lernphase der Hundeentwicklung nutzt, in der die Tiere besonders offen für entsprechende Lektionen sind. Diese Phase schließt sich etwa im Alter von einem Jahr. Danach ist Lernen natürlich auch weiterhin möglich, aber der Aufwand wird größer.

 

Bezüglich der körperlichen Entwicklung der Junghunde herrscht häufig Verunsicherung, weil der Hund zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht ausgewachsen ist. Die Forschungen von Prof. Fischer zur Bewegung des Hundes zeigen aber deutlich, dass diese Bedenken unbegründet sind. Hier wurde, aus der bisherigen weitestgehenden Unkenntnis über das Laufen von gesunden Hunden, übervorsichtig agiert. Aus Fischers Forschungsergebnissen hat Tierarzt Dr. Wilfried Bittner entsprechende Anforderungen formuliert, die aber nicht nur für klassische Schlittenhunde sondern für jeden Hund gelten. Und schaut man in die internationale Literatur zum Zughundesport (ab ca. 1980), so zeigt sich, dass die Musher gerade in dem Zeitfenster ab 6 Monaten Hundealter ohnehin fast durchgängig mit dem Training der Tiere begonnen haben. Das macht insofern auch Sinn, als dass die Rennregeln der International Federation of Sled Dog Sports IFSS (Stand Juli 2017) im Kapitel IX. folgendes festlegen:

IX. Alter der Hunde
Hunde, welche an einem Rennen in den Kategorien Canicross oder Wagenrennen starten, müssen  am ersten Tag des Rennens mindestens zwölf (12) Monate alt sein und mindestens achtzehn (18)  Monate in Scooter und Bikejöring.

Schaut man jetzt auf das Mindestalter von 12 Monaten für Canicross und Wagengespanne, dann wird deutlich, dass diese Tiere ja nicht erst eine Woche vor dem ersten Rennbeginn angespannt werden können, sondern zuvor eine intensive Lern- und Trainingsphase durchlaufen haben müssen.

Hier ist eine Übersicht aus der internationalen Mushing-Literatur zum Download:

In welchem Alter wird mit dem Training begonnen?
Literaturfundstellen
In welchem Alter wird mit dem Training b
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Anforderungen an Schlittenhunde

Schlittenhundegespann beim Hunderennen, Zughundesport
Beim Hunderennen, Foto: Fuchs

Die Anforderungen an Schlittenhunde im Einsatz im Winter sind hoch. Die körperlichen Fähigkeiten erlauben gut veranlagten und trainierten Schlittenhunden innerhalb von 24 Stunden einen Schlitten über 200 km zu ziehen. Dabei können die Schlitten ein Gewicht von gut 300kg plus das Gewicht des Mushers erreichen.

 

Das „desire to go“, der unbedingte Laufwillen, ist dafür verantwortlich, dass die Leistungsbereitschaft der Hunde auch unter lang anhaltender körperlicher Beanspruchung und unter extremsten klimatischen Bedingungen erhalten bleibt. Die Schlittenhunde müssen jederzeit in der Lage sein, die erforderlichen Kommandos zu verstehen und umsetzen zu können. Insbsondere der Leader eines Schlittenhundeteams muss in der Lage sein, selbstständig den richtigen Trail zu finden.

 

In kurzen Rennen erreichen Schlittenhunde eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 30 bis 40 km/h, bei Spitzenteams sogar bis 50 km/h. Auf Langstreckenrennen beträgt die durchschnittliche Laufgeschwindigkeit immerhin noch 16 bis 23 km/h. Schlittenhunde können so während eines Winters bis zu 10.000 km zurücklegen.

 

Gleichzeitig zeichnet den Schlittenhund ein ausgeprägtes Sozialverhalten, eine hohe Verträglichkeit mit dem Menschen, eine geringe Schmerzempfindlichkeit und ein starkes Herz-Kreislauf-System aus. Letzteres erlaubt es dem arbeitenden Hund, einen Stoffwechsel zu entwickeln, dem trotz aller Anstrengungen auch ein knappes Nahrungsangebot ausreicht.

 

Auch sind die Pfoten härter als die manch anderen Hundes. So haben wir auf fast 7.000 Tourenkilometern bisher erst eine Pfotenballenverletzung gehabt, die zudem durch einen Fremdkörper entstanden ist. Durch das Laufen auf Schotter, vereistem Schnee, Eis und durchgefrorenem Matschboden und auch einigen Asphaltstrecken haben sich bisher keinerlei Verletzungen der Pfoten/Ballen ergeben. Zudem neigten die Pfoten auch nicht zu Schneeklumpenbildung, zwischen den Krallen, wie man es sonst von Hundepfoten gewohnt ist.

Wer jetzt über die Anschaffung eines Nordischen Hundes ernsthaft nachdenkt, der sollte unbeding noch das hier lesen!