Was macht einen Hund zum Ausdauerläufer?

Ayla im Sprint
Ayla im Sprint

Wie ein Hund läuft, das war vielen Experten bis vor einigen Jahren noch ein Rätsel, denn bis zu den Studien von Prof. Dr. Martin S. Fischer von der Friedrich-Schiller-Universität Jena wurden nur kranke Hunde beobachtet: gesunde Hunde waren eher nicht Gegenstand der Forschung und auch die verwendeten Aufzeichnungsverfahren brachten keine exakten Ergebnisse.

 

Dass die Pfoten des Hundes eine wichtige Funktion beim Laufen generell und beim ausdauernden Laufen im Speziellen haben, konnte schon im gleichnamigen Artikel von Philip Alsen in der „dogs“ nachgelesen werden. Sie sind ein wichtiger Baustein im Bewegungsablauf und helfen durch ihren speziellen Aufbau (Muskeln und Sehnen schnellen beim Abfußen federartig zurück) den Energieverbrauch so gering wie möglich zu halten.

Durch die Untersuchungen von Prof. Fischer kommt aber ein weiterer, ...

... bisher kaum betrachteter Faktor mit ins Spiel: der Muskelaufbau des caniden Bewegungsapparates.


Grundsätzlich unterscheidet man bei den Muskeltypen die langsamen, roten Typ-I- und die weißen, schnell kontrahierenden glykolytisch (kohlenhydratbasiert) arbeitenden Typ-II-Fasern. Dabei werden bei den Typ-II-Fasern zwei Untertypen unterschieden. Der Typ-IIA und der Typ-IIB. Die Muskeln des Typs-IIA haben einen Stoffwechsel, der sowohl oxidativ (sauerstoffbasiert) als auch glykolytisch arbeitet, die Muskeln des Typs-IIB arbeiten dahingegen rein glykolytisch.

Eine Besonderheit beim Hund ist jetzt das Fehlen von Muskelfasern des Typs-IIB, also der rein glykolytisch arbeitenden Fasern. Dafür haben Hunde, bis auf ganz wenige Ausnahmen (Rückenmuskeln beim Beagle), einen eigenen gemischten Fasertyp, der als Typ-IIA/X bzw. Typ-IIX bezeichnet wird. Dieser Fasertyp-IIX, anstelle der rein glykolytisch arbeitenden IIB-Fasern, hat eine Schlüsselrolle bei der Ausdauerfähigkeit von Hunden, denn anders als bei vielen anderen Säugetieren können Hunde mit allen Fasertypen ausdauernd arbeiten bzw. hier laufen.

 

Dies wurde zum einen in einem Laborexperiment bereits 1932 nachgewiesen, zum anderen beweisen die Hunde auf den jährlich stattfindenden Hundeschlittenrennen (u.a. Iditarod 1850km – Yukon Quest 1600 km) ebenso diese Leistungsfähigkeit. Voraussetzung dafür sind allerdings niedrige Außentemperaturen und ausreichend Futter sowie insbesondere Wasser.