Alaskan Husky

Ursprung der Alaskan Huskies

Alaskan Husky wird eingespannt
Alaskans werden eingespannt, Foto: Silvia Furtwängler

Sehr früh, mit dem Aufkommen des Schlittenhundesports zu Anfang des 20. Jahrhunderts, begann man in Alaska, die einheimischen Hunde („Indianerhunde“, eher wolfsähnlich) mit Polarhunden wie den Siberian Huskies zu kreuzen, um den optimalen Schlittenhund für die Rennen zu erhalten. Im Lauf der Zeit kamen in der Zucht noch Jagdhunde und Windhunde dazu. Die Hunde wurden immer gezielter auf die Anforderungen der Rennen hin gezüchtet.

Die Palette der Alaskans ist heute sehr breit: vom 50 kg schweren Trapperhund bis zum 17 kg leichten Rennhund ist alles anzutreffen. Trotz unterschiedlicher Größe und Gewicht haben sie viel gemeinsam: ein unbändiger, ausdauernder Wille zum Laufen, harte, zähe Pfoten, dichtes und wetterfestes Fell, Genügsamkeit, Verträglichkeit mit anderen Hunden und vor allem zum Menschen. Es gibt einige sehr bekannte Zuchtlinien, die schon fast Rassecharakter erreichen und deren Stammbäume sich einige Generationen zurückverfolgen lassen. Ziel bei allen ist weniger das Aussehen, sondern vielmehr der gesunde, gebrauchstüchtige Hund.

Durch die Kreuzung mit Jagdhunden und Windhunden wurde dieser Typ verträglicher mit Rudelgenossen und dem Menschen und verlor einige Eigenschaften der Polarhunde, was der Funktion zugutekam. Ein ähnlicher Hundetyp entwickelte sich in Europa: der Europäische Schlittenhund.

 

Auf den sogenannten Long Distance (LD) Rennen, die als schwere Rennen zu verstehen sind, haben sich bei den Alaskans deutlich leichtere Hunde als geeignet herausgebildet. Hündinnen wiegen um die 22 bis 25 kg, Rüden etwa zwischen 25 und 27 kg.

 

Die Rennleistung dieser Tiere ist gewaltig und gerade für Anfänger im Zughundesport eher verwirrend. Der Alaskan Husky sollte in der Lage sein, eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 32 km/h auf einer Distanz von 50 km durchzuhalten. Bei längeren Renndistanzen (80 bis 100 km) können die Alaskans eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 bis 27 km/h halten. Und dabei sind sie auf den langen Rennen, wie dem Iditarod oder dem Yukon Quest, in der Lage über einen Zeitraum von zehn und mehr Tagen 240 km pro Tag zu laufen.

(Quelle: Wikipedia)

 

Hier ein weiterführender Link über dies sehr interessante  Geschichte des Alaskan Husky (englischer Text) - lesenswert!

Warum zieht ein Alaskan Husky?

Weil er dafür geboren wurde!

Einem Alaskan zieht man das Geschirr an und er zieht. Das braucht man ihm nicht beizubringen.

Was ist ein Alaskan Husky für ein Hund?

Häufig höre ich die Fragen: „Wie ist denn der Charakter von so einem Alsakan Husky? Ist der als Haustier für unsere Breiten überhaupt geeignet? Braucht der nicht viel Bewegung?“

 

Diese Fragen sind nicht einfach zu beantworten und schon gar nicht mit einem Satz. Alaskans sind im Hinblick auf zwei Dinge gezüchtet: Schnelligkeit und Ausdauer. Sie wurden nicht für Gehorsam, Abrufen, Hüten von Tieren, Bewachung oder die Jagd gezüchtet. Die hierfür typischen Erziehungsmethoden ähneln alle in irgendeiner Form den Gebrauchshund-Ausbildungsmethoden und funktionieren beim Alaskan nicht oder nur sehr eingeschränkt.

Alaskan Husky Dogscooting Zughundesport
Alaskans am Dogscooter vor dem Start

Klassische Arbeitshunde (Schäferhund, Retriever, Hirtenhunde) lassen sind durch den Menschen sehr leicht motivieren. Die Zusammenarbeit zwischen einem Schlittenhund und dem Menschen ist ungleich komplexer und eher eine Managementaufgabe als ein Motivationsjob. Der Alaskan Husky ist aus sich heraus motiviert zu laufen. Dieser unbändige Laufwille, das ‚Desire to go‘, steckt in ihm und wird durch ein Hundeteam unterstützt und verstärkt. Die Aufgabe des Schlittenhundeführers, des Mushers, ist es, dieses Team permanent zu managen. Dieses für den Hund einsichtige und stringente Arbeiten erzeugt bei ihm Motivation und absolute Loyalität.

 

Alaskan Huskies sind nicht zum Einzelhund geschaffen, was im typischen Umfeld eines Wohngebietes schon einmal zu (lautstarken) Problemen führen kann. Alleinsein ist nicht ihr Ding. Zudem lernen sie am besten von anderen Huskies oder zumindest von anderen Hunden. Auch stellt sich die Frage: Wie geht man mit diesem Energiebündel um? Wie kanalisiert man das Bedürfnis nach ständig neuer Interaktion? Dieser Umstand nährt das Klischee des Entfesselungskünstlers und Ausbrecherkönigs.

Kann man einen Alaskan Husky dann überhaupt ausbilden?

 

Ja, nur die Methoden sind möglicherweise nicht die, die man gewohnt ist, oder die langläufig publiziert werden. Zumindest ist die Reihenfolge üblicher Methoden eine Andere. Sehr wichtig ist der Beziehungsaufbau in der Ausbildung eines Alaskans. Er sollte zumindest im ersten Jahr überall mit hingenommen werden, wo man sich selber aufhält. Das heißt, er kommt so gut wie nie von der Leine. Der Wunsch dort sein zu wollen, wo auch der Mensch ist, ist nicht unbedingt bei jedem Alaskan stark ausgeprägt. Zwar gibt es Unterschiede und auch unterschiedliche Wesen bei den Alaskans, aber meist dauert es eine Weile bis sich dieses Verhalten einstellt. Vorteile hat natürlich der Musher, der den Hund bereits als Welpe auf sich prägen konnte.

 

Auch sollte der künftige Husky-Besitzer seinen eigenen Lebensstil zunächst kritisch betrachten, denn ein Alaskan Husky braucht einen aktiven Haushalt in dem Laufen, Radfahren und Wandern die Regel sind und nicht die Ausnahme darstellen. Für Couchpotatoes, denen die Party am Abend wichtiger ist als die Aktivität mit dem Husky am frühen Morgen, ist dies der falsche Hund. Musher fahren mit ihren Hunden viele hundert Kilometer Strecke im Jahr. Über diesen langen Zeitraum entwickeln sich die Beziehungen und die Loyalität zwischen Musher und Hunden. Wer dies ignoriert, wird sehr bald feststellen, dass der Alaskan Husky als Haustier für ihn ungeeignet ist und er wird seine Entscheidung bedauern.

Rennpause mit Alaskan Huskies, Trainingswagen, Zughundesport
Rennpause

Der Husky ist für kaltes Wetter gezüchtet. Das sollte auch dem Musher bewusst sein. Zwar sind die modernen Alaskans häufig mit Pointern und Windhunden gekreuzt worden, was zu einem weniger dicken Winterfell geführt hat, aber trotzdem sind diese Hunde sehr speziell. Ihr traditionelles kurzes, aber doppelschichtiges Fell ist ideal für kaltes Wetter. In warmen Klimaten kann ein Husky schnell Probleme mit der Überhitzung bekommen, da er seine Körpertemperatur nicht schnell abkühlen kann. Auch wenn es in allen, auch den warmen Regionen der Erde Huskies gibt, sind diese dort nicht so aktiv. Man sollte also in warmen Sommern sehr vorsichtig sein, die Aktivitäten mit dem Hund reduzieren und in die kühleren Morgenstunden verlagern. Trotzdem kann man Huskies auch in unseren Breiten, in Mittelauropa halten. Warme Sommer, mit längeren Perioden bis zu 40° C, gibt es auch in Alaska und zwar regelmäßig. Da müssen die Hunde dort auch durch.

 

Einen Husky im Sommer zu rasieren wäre allerdings das Falscheste was man machen kann. Das Fell besteht aus zwei Schichten: dem langen äußeren Deckhaar und einem weichen, sehr feinen und isolierendem Unterhaar. Die Schicht mit dem längeren äußeren Deckhaar schützt die weichen Unterhaare. Diese beiden Schichten zusammen isolieren und regulieren zugleich die Körpertemperatur und das Rasieren nähme dem Husky die Fähigkeit, eine konstante Körpertemperatur zu bewahren.

Für wen ist dann ein Husky geeignet?

Ein Husky ist für Ausdauer und nicht für die Jagd gezüchtet. Trotzdem hat er einen starken und ausgeprägten Beutetrieb. Sein Antriebsmittel ist die Entschlossenheit. Wie der Antrieb zum Erfolg. Wie die Menschen neigen sie dazu, sehr konzentriert zu sein. Fokussierte Huskies sind schwer zu kontrollieren.

 

Alaskans sind klassische Mittel- und Langdistanzhunde. Strecken bis zu 200 km pro Tag machen trainierten Hunden nichts aus. Aber auch kürzere Touren fahren sie Locker (20-100 km). Nur für den Sprint, auf schnellen Strecken von 4-6 km, sind sie unterfordert bzw. überfordert, denn dafür eignen sich eher Hounds, GTH oder Greyster.

Alaskan Husky, Dogscooting, Zughundesport
Ayla und Sitka

Die besten Husky-Besitzer setzen Grenzen. Sie wissen, damit die Arbeit und das Zusammenleben mit einem Alaskan Husky gelingt, müssen Probleme sofort gelöst werden. Ein guter Husky-Besitzer ist immer Aufmerksam, weil er weiß, dass bereits eine Unaufmerksamkeit seinerseits dazu führen kann, dass sich der Husky selbständig macht und auf unbestimmte Zeit verschwindet. Er kommt zurück, klar, aber wann und nach welchen Abenteuern, das bleibt sein Geheimnis.

 

Husky-Halter sind Menschen, die das Zusammenleben mit Hunden genießen. Sie müssen aber nicht von ihnen verehrt werden. Husky-Besitzer haben Geduld, weil sie wissen, ein Leben mit einem Alaskan Husky zu teilen ist ein lebenslanger Lernprozesses.

 

Im Original von alaskan-husky-behavior.com, mit eigenen Ergänzungen. ACHTUNG, die Seite wurde gehackt und verteilt jetzt SPAM. Aus dem Amerikanischen von Andreas Fuchs.

 

Wer jetzt über die Anschaffung eines Nordischen Hundes ernsthaft nachdenkt, der sollte unbeding noch das hier lesen!

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