Helme/Schutzausrüstung

Helme

Brillen, Protektoren

Salewa XENON

Salewa XENON-Helm
Foto: Fuchs

Salewa hat in Zusammenarbeit mit der Tiroler Bergrettung einen neuen Helm, den XENON, auf den Markt gebracht.

 

 

Der Helm hat eine hervorragende Passform und ausreichende Größe (53 – 61 cm), was bei meiner Kopfgröße von 61+ nicht immer gegeben ist. Die Kopfgrößenverstellung erfolgt sehr einfach mittels eines Stellrades hinten am Helm. Die Riemenverschlüsse sind einfach zu bedienen und stören nicht.

 

 

 

Er hat Zertifizierungen für die Sportarten:

  • Klettern (EN 12492, UIAA 106)
  • Ski (EN 1077 B)
  • Snowboard (EN 1077 B)
  • Rodeln (EN 13484)
  • Mountainbike (EN 1078)

 

XENON-Helm mit Sommerfutter und einseitig eingesetztem Ohr-Protektor
Foto: Fuchs

Für die Wintersportarten kommen im Lieferumfang ansteckbare Ohrenprotektoren und eine Winterhaube (schwarz) mit. Die Haube wird im Austausch für das graue Innenfutter verwendet. Auch interessant für Wintersportler, der Helm hat ein eingebautes RECCO-System.

 

Die graue Helmpolsterung ist sehr gut verarbeitet. Das typische „Auflösen“ der Polster, das man von intensiv genutzten Fahrradhelmen her kennt, ist hier zunächst nicht zu erwarten. Der Dauereinsatz wird es zeigen. Ich werde versuchen, das Winterfutter an kalten Tagen zusätzlich zur grauen Polsterung zu verwenden, denn dieses ist mit Klettklebepunkten an der Helminnenseite befestigt. Ein häufiges Ein- und Auskletten erscheint mir negativ für die Haltbarkeit der Materialien.

 

Mit den angesteckten Protektoren, die mit Klettpunkten gehalten werden, wiegt der Helm nur 320g – ohne diese Teile 300g.

 

Für die Befestigung von Helmlampen befinden sich an der Stirnseite zwei Halterungen, unter die das Gummiband der Lampe geschoben wird. An der Hinterkopfseite sind ebenfalls zwei schwarze Bügel, die auch als Halter für Skibrillen ausgelegt sind und damit deutlich größer ausfallen, als bei reinen Kletterhelmen.

Dadurch wird die Befestigung meiner Silva L1 schwieriger, denn genau an diesen Stellen die zwei Batteriepacks am Gummiband angebracht. Diese lassen sich auch nicht beliebig verschieben, da mit einem Kabel untereinander verbunden sind. Und eine seitliche Anbringung führt zu einer schlechten Gewichtsverteilung und ist daher nicht praktikabel. Folglich bleibt nur die Variante mit dem externen Batteriepack, der statt der kleinen, abnehmbaren Fächer verwendet werden kann. Das ist im Handling zwar etwas umständlicher (Kabel unter der Jacke durchführen), hat aber den positiven Nebeneffekt, dass zum einen der Helm deutlich leichter ist als mit den Batteriepacks und zum anderen die vier Baby-Batterien länger halten als die vier Mignon.

 

Der erste Einsatz bei Temperaturen um 3°C war mit den Ohrenprotektoren noch ausreichend warm. Allerdings sind diese trotzdem recht luftig, wodurch sie das Hörvermögen kaum beeinträchtigen, aber bei eisigen Temperaturen alleine wahrscheinlich nicht ausreichen. Da werde ich weiter ausprobieren müssen.

Hier die Lampenanbringung mit der Silva L1 und dem externen Batteriepack. Gut zusehen: die hinteren Gurthalter, die aufgrund der Auslegung auch als Skihelm größer ausgefallen sind, als sonst üblich an Kletterhelmen, da sie ja jetzt auch die Skibrillen-Gummigurte aufnehmen müssen. Ich nutze den hinteren Teil des Lampengummis für eine ansteckbare Fahrradrückleuchte.

Auch gut zu sehen sind die angesteckten Ohrenprotektoren. Wie sich die Helmgrößenverstellung unter Schmutzeinwirkung verhält, werden die kommenden Tage zeigen.

Billig ist der Helm nicht, aber ich finde ihn sehr durchdacht und daher sein Geld wert (bisher). Einen kleinen Vorteil gibt es für Mitglieder des Deutschen Alpenvereins: sie können den Helm beim Österreichischen Alpenverein im Onlineshop zu Mitgliederkonditionen verbilligt erwerben. Trotz der etwas höheren Auslandsportokosten ist er dann immer noch etwas günstiger als in manch anderen Shops.

Giro Remedy

Helm Giro Remedy
Giro Remedy

Für besondere Touren, hauptsächlich in den Alpen, habe ich mir den Fahrradhelm Giro Remedy - Modell 2009 zugelegt. Auf den schotterigen Abfahrten der meisten Alpentrails ist maximaler Schutz notwendig. Und da ich schon gelegentlich das Kinn zum Bremsen verwendet habe, muss ich mir das auf diesen Wegen nicht antun.

 

Die Passform ist exzellent und bekannt von den Straßenradhelmen, die ich schon seit Jahren verwende. Das Gewicht ist mit gut einem Kilogramm gewöhnungsbedürftig. Ich habe es aber nicht als störend empfunden. Lästig ist lediglich das Beschlagen der Brille bei kalten Temperaturen, da man zwangsweise gegen den Kinnschutz atmet. Aber das kennt man als Brillenträger ja ohnehin. Daher ist der harte Wintereinsatz nur mit einer guten Brillenlösung möglich.

Schutzbrille

adidas evile eye pro Sportbrille
Adidas "Evil Eye Pro"

Schutzbrillen sind nicht nur für Matschfahrer ein wichtiges Utensil, sie schützen auch jeden normalen Off Snow Musher vor Verletzungen am und im Auge.

 

Aber für Brillenträger ist es immer wieder eine Herausforderung einen geeigneten Hersteller zu finden, denn nicht jeder kann oder möchte Kontaktlinsen tragen, damit ein Brillenmodell ohne Korrekturgläser getragen werden kann. Zudem wäre es praktisch, wenn die Brille dann auch noch für verschiedene Verwendungen geeignet ist.

 

Ein Modell, das zugegeben nicht preiswert aber in der Verwendung sehr vielseitig ist, ist die "adidas evil eye pro".

 

Wechselscheiben machen die Verwendung der Brille sehr variabel, Klarsicht- und getönte Scheiben als Sonnenbrille stehen ebenso zur Auswahl wie schnee- und gletschergeeignete Tönungen. Und, ganz wichtig, ein Clip-In, bei adidas „RXready“ genannt, korrigiert die Fehlsichtigkeit, so dass keine anderen Korrekturen nötig sind. Die Bügel sind verstell- und abnehmbar und können gegen das beiliegende Gummiband ausgetauscht werden. So kann die Brille auch über Helmen getragen werden.

Befestigung mit Gummizugband
Befestigung mit Gummizugband

Ich nutze diese Brille jetzt seit etwa 10 Jahren und bin sehr zufrieden. Die Korrektur des Clips ist optimal und die Variabilität überzeugt mich sehr. Ich trage die Brille bei allen Aktivitäten wie Biken, Mushen, Klettern und Hoch- und Gletschertouren. Und auch beim Fallschirmspringen hat sie, mit Gummizug am Helm befestigt, einwandfrei gehalten.

 

Nach neun Jahren mussten die Gletscher-Scheiben getauscht werden, da sich die Beschichtung löste, was aber nach Optikerangaben kein Mangel sondern normaler Verschleiß war. Alle Teile können im Bedarfsfall nachgekauft werden, so habe ich auch das Schaumstoffstirnpolster ersetzt, das den Stirnschweiß aus den Augen halten soll. Ansonsten ist das Material sehr haltbar und Verschließ hält sich in Grenzen. Die Microfaser-Aufbewahrungsbeutel können auch direkt zur Reinigung der Gläser verwendet werden. Und mit dem Hardcase ist dann alles komplett, man braucht keine zusätzlichen Utensilien mehr.

Als Brillenträger ist man hohe Kosten ohne hin gewöhnt, so dass die 189 EUR für die Brille mit getönten Gläsern, Hardcase, Gummizug und Microfaserbeuteln + 59 -139 EUR für den Clip-In (je nach optischer Ausführung) und die zusätzlichen UV-Gletscher-Wechselscheiben 70-90 EUR (80-90 % Tönung) nicht überraschen, sie lohnen sich auf jeden Fall.

Neben Brillen, Helmen und Handschuhen zählen Knie- und Schienbeinschützer oder Oberkörperprotektoren zu wichtigen und hilfreichen Ausrüstungsgegenständen. Sie sind nicht zwingend erforderlich, doch nach so macher Sturzerfahrung mag man solche Hilfsmittel nicht mehr missen.

Knie-Protektoren

Sixsixone Protektoren mit D3O Technik
D3O Knieprotektoren von sixsixone; Foto: Fuchs

Knieprotektoren mit innovativem Material: sixsixone Knieschützer Evo. Eine weiche und biegsame Kunststoffmasse, die sich erst durch einen Schlag verfestigt. Dadurch bleibt der Protektor am Knie weich und beweglich. Auf der Rückseite ist die Aussparung für die Kniekehle sehr praktisch. Auch bei längeren Touren entsteht so kein Kneifen an der Kniekehle. Der obere Rand wird mittels eine Klettbandes festgezogen. Die Schützer sitzen so recht fest, behindern aber die Blutzirkulation nicht. Der weiche Kunststoff behindert das Pedalieren nicht. Hier haben die Schützer eine deutlichen Komfortvorteil gegenüber den Varianten mit Hartschalen-Kunststoff.

 

Die Verwendung ist hauptsächlich zum Bike-Jöring. Aber auch zum Dogscooting sind sie besser als gar kein Schutz, obwohl hier die Schienbeine auch Schutz vertragen könnten. Wer sich beim Sturz schon einmal das Trittbrett vor das Schienbein gehauen hat, der weiß was gemeint ist.

Knie- und Schienbein-Protektoren

Kombinierter Knie-Schienbein-Protektor
IXS Knie- und Schienbeinprotektor; Foto: Fuchs

Wenn der Schutz des Schienbeins ebenso wichtig ist wie der des Knie, dann kommen kombinierte Protektoren in Betracht, wie die IXS Knie- und Schienbeinprotektoren. Sie sind natürlich auch für das Bike-Jöring geeignet, dafür ist das Knie- mit dem Schienbeinelement über ein flexibles, gefaltetes Gummielement verbunden. Da man beim Jören zeitweilig aber sehr intensiv pedaliert, was bei Downhillfahren (der eigentlichen Sportart für diese Protektoren) eher nicht der Fall ist, eigen sich diese Schützer besser für das Dogscooting.

Beim schnellen Absteigen vom Scooter ist so der Knie-/Schienbeinbereich sehr gut vor Kontakt mit Reifen, Trittbrett etc. geschützt. Und beim unfreililligen Absteigen erfüllt die Knieschale auch ihre Schutzfunktion.

Eine Übersicht über Lieferanten und Hersteller für derartige Schutzausrüstung findet sich auf www.zughunde-sport.de.