Paniksnap, Karabinerhaken & Co. - eine Übersicht

Paniksnap, Karabinerhaken und andere metallische Sicherungen werden gerne im Zughundesport verwendet, um Zugseile meist mit dem Gefährt oder einem Bauchgurt zu verbinden. Auf die einfachen Wirbel-Karabinerhaken, wie sie auch an den Hundeleinen verwendet werden, möchte ich hier nicht eingehen.

Paniksnap

Gerade mit dem Paniksnap wird eine Sicherheit assoziiert, die in meinen Augen etwas trügerisch ist. Zwar lässt er sich unter Zug betätigen, dazu wird einfach an einem Benzel gezogen, der den Verschlussmechanismus gegen einen leichten Federzug öffnet, und schon kann man die eingehängte Leine entnehmen. Das ist z.B. bei Wechsel des Gefährtes sehr bequem, man braucht keine zwei Zugleinen. Oder von einem auf zwei Hunde, wenn ein anderer Ruckdämpfer benötigt wird. Allerdings hängt der ganze Mechanismus lediglich von der Haltbarkeit eines kleinen Schlüsselringes ab. 

Geöffneter Paniksnap
Geöffneter Paniksnap

Und für den "Fallenschäkel mit Wirbelauge", so die korrekte Bezeichnung für den Paniksnap (Foto links), gibt es i.d.R. keine Bruchlastangaben, weil er für derartige Zwecke nicht konzipiert ist.

 

Zudem hält er nur solange wie der Schlüsselring, der durch den Metallstift gesteckt ist und diesen sichert, nicht bricht oder verbiegt. Letzteres ist mir in anderer Situation schon passiert, dann fällt der Metallstift aufgrund des Federmechanismus einfach aus dem Schäkel heraus (s. nächstes Foto). Das Ding ist also alles andere als sicher vor Bruch bzw. Beschädigung und hält, wenn man Pech hat, gerade nur den Kräften stand, die der kleine Schlüsselring aushalten kann.

Ist der Schlüsselring ab, fällt der Paniksnap auseinander
Ist der Schlüsselring ab, fällt der Paniksnap auseinander

Rutscht der Schlüsselring, im Bild am gelben Benzel befestigt, aus dem Loch des Sicherungsstiftes (im Foto der längliche Stift mittig), weil der Ring anderweitig beschädigt wurde, dann rutscht der Sicherungsstift, aus seiner Halterung und der Schäkel kann sich unkontrolliert öffnen. Eine wie ich finde trügerische Sicherheit. Wann das Metall des Schäkel seine Belastungsgrenze findet, ist mir nicht bekannt.

Feuerwehrkarabiner

"Feuerwehrkarabiner" mit Bruchlastangabe (Anhaltswert)
"Feuerwehrkarabiner" mit Bruchlastangabe (Anhaltswert)

Der Feuerwehrkarabiner ist der klassische Haken, den man auch für kleines Geld im Baumarkt bekommt. Diese Karabiner haben eingeschlagene Bruchlastangaben (im Foto 230 kg), diese Werte sind aber lediglich als Anhaltswerte zu verstehen. Sie sind nicht als gesicherte, durch belastbare Prüfverfahren ermittelte Grenzwerte zu verstehen. Daher sind diese Haken mit deutlicher Vorsicht zu verwenden. Im Zughundesport am Gefährt oder im Gespann finde ich sie zudem unpraktisch, da sie sich unter hoher Last verformen und nicht mehr öffnen lassen. 

HMS Karabiner

Standard HMS Karabiner mit 22 kN Bruchlastmaximum
Standard HMS Karabiner mit 22 kN Bruchlastmaximum

Der HMS Karabiner ist ein Standard-Karabiner aus dem Klettersport. HMS steht für Halbmastwurfsicherung, eine Methode bei der der Knoten "Halbmastwurf" verwendet wird. Er kommt beim Klettern zum Abseilen und zur dynamischen Sicherung des Kletterpartners zum Einsatz.

 

Diese Karabiner werden einer Prüfung unterzogen und die Bruchlastwerte für die sie ausgelegt sind, sind auf den Karabinern angegeben. Der Standartkarabiner (s. Foto rechts) ist für eine Last im geschlossenen Zustand von 22 Kilonewton [kN] (= 2,2 Tonnen) in Längsrichtung und für 9 kN in Querrichtung ausgelegt. Zudem für 9 kN in Längsrichtung in geöffnetem Zustand. Ergänzend sichert ein Schraubverschluss den Karabiner vor ungewolltem Öffnen. Diese Belastungsmaxima sind schon ordentlich. Es ist kaum anzunehmen, dass sie für den Zughundesport nicht ausreichend wären. Wer aber noch einen Schritt weiter gehen will, der sollte Karabiner für Klettersteige verwenden. Die müssen aufgrund der auszuhaltenden Sturzsituationen sogar für 26 kN ausgelegt sein.