Mi

16

Okt

2013

Lithium-Ionen Akkus oder Batterien?

Was ist bei strenger Kälte die bessere Wahl?

Verschiedene Akku-Konzepte
Verschiedene Akku-Konzepte

Diese Frage treibt viele Musher um, insbesondere wenn sie an sehr kalten Tagen im Dunkeln unterwegs sind und sich auf eine Helmlampe verlassen müssen. Und besonders schwierig wird die Antwort, wenn man sich über längere Zeit, z.B. auf einem Langstreckenrennen befindet und keine Gelegenheit hat, die Akkus wieder aufzuladen.

 

Der letzte Punkt ist fast schon das Killer-Argument, weswegen Akkus für Langstreckenrennen ausscheiden müssten, wäre da nicht das Problem, dass die derzeit modernen Hochleistungs-LED-Lampen nur noch mit Akkus ausgeliefert werden. Wer also eine Lampe mit 1000 Lumen oder mehr verwenden möchte, der steckt in einer kleinen Falle, denn Hochleistungslampen bieten einfach die höhere Lichtleistung und es ist immer gut, eine Einsatzreserve in Sachen Leuchtkraft zu besitzen.

Da es dem Musher unmöglich sein wird, auf Langstreckentouren oder -rennen benutzte Akkus unterwegs wieder aufzuladen, muss er eine entsprechende Anzahl zuvor anschaffen und wird dann wiederum „bestraft“, da diese Akkus meist sehr teuer sind.

Einsatztemperaturen

Generell scheinen Li-Ionen Akkus mit Kälte bis -20 °C keine Probleme zu haben. Lediglich sinkt die Leistung der Akkus um ca. 20 %, da die Viskosität der Elektrolyte in den Zellen abnimmt und sich der dadurch gestiegene Innenwiderstand in der verringerten Leistung bemerkbar macht. Ab Temperaturen von -25 °C können die Elektrolyte auch einfrieren. Daher gibt es besondere Zellen, die auf Temperaturen bis -54 °C ausgelegt sind.

 

Grundsätzlich sind die Akkus aber, mit dann geringerer Speicherfähigkeit, in der Kälte einsetzbar. Folglich müssen entsprechend mehr Akkus vorgehalten werden, um den Leistungs- bzw. Speicherverlust auszugleichen.

 

Lithium-Ionen-Akkus mit Lithium-Cobaltdioxid (LiCoO2) sind weniger empfindlich, da die Polymerschicht hier eine gelartige Konsistenz hat. In wie weit diese bei den verschiedenen Herstellern zum Einsatz kommen ist mir nicht bekannt.

Luftfeuchte

Größere Probleme als die reine Kälte bereitet offenbar die Luftfeuchte, da sie, wenn sie in den Akku eindringen kann, die Kontakte und in der Konsequenz den Akku beschädigen kann. Die geschieht insbesondere dann, wenn der Akku häufig Temperaturschwankungen ausgesetzt ist. Bei Tagestouren wird das natürlich auftreten, bei langen Touren, bei denen das Equipment über Tage draußen bleibt und auch nicht starken Temperaturschwankungen mit hohen Luftfeuchten ausgesetzt ist, eher nicht bis seltener. Zudem sollten die meisten Akkus für Helm- oder Fahrradlampen mit einem Mindestschutz vor Feuchtigkeit ausgestattet sein, im Gegensatz zu Kamera- oder Telefonakkus.

Transport

Wenn möglich, sollte der in Benutzung befindliche Akku am Körper getragen werden. Geht das nicht, kann zumindest eine Neoprenhülle für zusätzlichen Schutz sorgen. Reserveakkus sollten geschütz verpackt in feuchtigkeitsdichten Behältnissen oder aber vakuumversiegelt transportiert werden.

 

Wer beabsichtigt, mit einem Sortiment von Li-Ionen Akkus eine Flugreise zu machen, sollte sich zuvor mit der Airline in Verbindung setzten, um wegen der Akkus beim Gepäckverladen keine unliebsamen Überraschungen zu erleben.

Resümee

Batterielampen sind in vielerlei Hinsicht flexibler im Handling und (LiIon-)Batterien bekommt man auch im Ausland gekauft. Wer aber richtig viel Licht auf dem Trail haben möchte oder muss, der kommt um die akkubetriebenen Hochleistungslampen nicht herum und muss deswegen etwas mehr Geld, Vorbereitung und Logistik investieren, wird dann aber mit Flutlicht auf dem Trail entschädigt.

 

 

Quellen:

 

ADFC Akku-Workshop
111215_ADFC-Workshop_Akku_Dokumentation.
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