Ist Bike-Jöring gefährlich?

Diese Frage lässt sich so pauschal wie sie gestellt ist nicht beantworten.

Die Gefahr sich zu verletzen besteht natürlich für Hund und Fahrer. Das gilt aber auch für das Joggen oder das Fahren im Straßenverkehr. Und der Hund kann sich beim Ballspiel, Springen, Agility oder auch beim Stöckchen apportieren ebenso verletzen. An den Pfoten, den Gelenken oder auch am und im Maul.

 

Aufgabe des Mushers/Fahrers ist es während der Fahrt die Zugleine straff zu halten, also auf die möglichen Geschwindigkeitsveränderungen seines Hundeteams aktiv zu reagieren und nicht mit schlaffer Leine hinter den Hunden her zu fahren. Das setzt volle Konzentration auf das Team, den Trail, andere Teams und auch Unbeteiligte (Personen, Hunde, Zuschauer, Wildtiere) voraus. Dann hängt die „Gefährdung“ natürlich auch von der Geschwindigkeit ab, mit der man unterwegs ist, der Anzahl der Hunde im Gespann etc.

 

Auch das Bike selber kann als Gefahrenquelle nicht ausgeschlossen werden. Enge und sehr spitze Kurven stellen schon fahrerische Ansprüche, zumal man ja vorn ziehende Hunde hat, die immer den kürzesten Weg um ein Hindernis wählen – egal ob die Fahrdynamik des Fahrrades da mitspielt oder nicht. Hier braucht der Musher schon etwas praktische Erfahrung.

 

Der oder die Hunde sind ebenfalls mehreren Gefahrenquellen ausgesetzt. Zum Beispiel durch einen unaufmerksamen Musher/Fahrer, einen gefährlichen Trail (was die Beschaffenheit angeht), freilaufende Hunde, die wohlmöglich unkontrolliert in das Team hineinlaufen oder auch Wild- und Nutztiere. Das keine kranken oder verletzten Hunde eingesetzt werden einmal vorausgesetzt. Verletze Tiere müssen immer aus dem Rennen der Tour genommen und versorgt werden. Genauso können Leinenverwicklungen (Tangles) einen Hund im Gespann gefährden. Auch hier muss der Musher immer einen Blick auf seine Hunde haben.

 

Eine weitere Gesundheitsgefahr liegt im Überhitzen der Hunde. Hier spielen Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit eine wichtige Rolle. Da die Thermoregulation des Hundes effizienter verläuft als beim Menschen, ist der Flüssigkeitsbedarf dabei aber nicht so hoch. Denn primär wird das Gehirn mittels Hechelns über den Thermoaustausch auf der großen Naseninnenfläche und über die dort verlaufenden großen Adern, die das Gehirn mit Blut versorgen, gekühlt und erst sekundär der restliche Körper. Dementsprechend ist der Kühlenergiebedarf geringer. Je kälter die Außentemperatur um so günstiger für die Tiere. Aber auch bei geeigneten Temperaturen kann ein überlasteter Hund überhitzen.