Dogscooter XH-3

Dogscooter Tretroller Kickbike XH-3 von Tretroller.de; Foto: Fuchs

 

Leider kann ich die verschiedenen am Markt erhältlichen Tretrollermodelle nicht miteinander vergleichen, da ich nur einen Roller habe.

 

Warum dieses Modell?
Ich wollte ein robustes Gefährt, das beim Off-Road-Einsatz nicht an die technischen Grenzen gerät. Ich fahre sehr unterschiedliche Wege: von Asphalt über befestigte und unbefestigte Feld-, Sand- und Waldwege bis hin zu den alpinen Schotterpisten, die man langläufig als Wanderwege kennt. Daher sollte der Roller eine Federgabel und hydraulische Bremsen haben. Ferner einen sehr robusten Rahmen. Der Rahmenbogen, der den direktesten Kontakt zu Hindernissen auf dem Weg haben kann, ist mit einer aufgeschweißten Verstärkung versehen.

 

So fiel die Wahl auf den XH-3.

Federgabel mit Höhenverstellung

Die Federgabel hat sich als sehr komfortabel erwiesen. Unsere Feldwege sind schon sehr uneben, da sie auch von Pferden „umgegraben“ werden. Da fängt die Gabel schon einige Stöße gut ab. Die Gabel kann während der Fahrt in der Höhe nach unten verstellt werden.


In der Regel fahre ich mit maximaler Bodenfreiheit. Durch Betätigen des Feststellhebels verringert man die Bodenfreiheit während der Fahrt. Das ist dann sinnvoll, wenn sich die Bodenoberfläche nicht mehr ändert und man beispielsweise auf ebenem Sand- oder Asphaltweg weiterfährt. Durch die verringerte Bodenfreiheit ist das Standbein weniger angewinkelt und damit ist der Krafteinsatz für dieses Bein geringer. Die Höhenregulierung setzte ich aber relativ selten ein. Mittlerweile habe ich mich an den Bewegungsablauf gewöhnt und ändere das Standbein häufiger.

Bodenfreiheit 10 cm; Foto: Fuchs
Bodenfreiheit 7 cm; Foto: Fuchs

Trittbrett

Das Material ist Aluminium. Die großen Löcher dienen sicherlich der Gewichtsersparnis. Sie haben aber auch den Effekt, das sie die Griffigkeit erhöhen, da sie innen einen wenige Milimeter hohen Rand haben. Man steht da sehr sicher drauf. Auch bei den Fußwechslen kommt nicht das Gefühl auf man könnte abrutschen. Ein weiterer Vorteil: es bilden sich kaum Pfützen mit Matsch auf der Standfläche. Wenn, dann schon eher hinten, an dem kleinen Kragen. Man kann da noch die Matschreste sehen. Lediglich an den Kanten kann man sich die Knöchel aufschlagen. Aber da geht meist eine "Fehlbedienung" voraus und mit dem richtigen Schuhwerk(knöchelhoch) ist das auch nicht so schlimm.

Dogscooter Tretroller Kickbike Trittbrett; Foto: Fuchs

Hydraulische Bremsen

Die hydraulischen Bremsen von der Firma Magura (vorn "Juli" Scheibenbremse und hinten "HS-33" Felgenbremse) sind sehr effizient. Das Bremsen lässt sich gut verzögern, aber wenn man dann einmal unbedacht voll zugreift, langen sie auch zu. Bei einem Sturz hat es mir prompt den vorderen Bremsschlauch zerrissen. Da kommt der Nachteil zum Tragen, dass ich die Bremse nicht alleine reparieren kann. Das nehme ich aber hin. Die vordere Bremse ist eine Scheibenbremse, die sehr zuverlässig ist. Der Verschließ hält sich bisher in Grenzen. Das hintere System ist eine Felgenbremse. Ebenfalls sehr zuverlässig. Die Bremsklötze sind sehr einfach zu wechseln. Nach gut 1.400 km waren sie jetzt völlig heruntergefahren.

Vorderrad-Scheibenbremse; Foto: Fuchs
Hinterrad-Felgenbremse; Foto: Fuchs

Hundebefestigung
Dass ich ein Zuggeschirr (X-Back) und Leine mit Ruckdämpfer fahre ist selbstverständlich. Die Leine ist am Steuerkopf des Rollers befestigt. Das ist m.E. besser als am Körper. Wenn man einmal stürzt oder mit dem Vorderrad gegen ein Hindernis fährt und den Roller blockiert, dann zieht der Hund zwar den Roller weiter, mich aber nicht. Das habe ich einigen ungewollten praktischen Übungen überprüft – und es klappt. Die Zugleine wird bei dieser Befestigung von einer langen Stahlfeder vom Vorderrad weg gehalten. Ich habe auch andere Konstruktionen versucht (Nur- Seillösungen), die haben mich aber nicht überzeugt. Die Gefahr, dass das Zugseil ins Vorderrad fällt, ist dabei doch zu groß.

Cockpit

Ich habe dann mit Klingel, Lampen, Tacho und einem Steckschutzblech am Vorderrad nachgerüstet. Ein Schutzblech am Hinterrad habe ich nicht.

Dogscooter Tretroller Kickbike Lenker; Foto: Fuchs
Dogscooter Tretroller Kickbike Lenkeransicht von unten vorn; Foto: Fuchs

Fahrtechnik
Eigentlich fährt man den Roller ganz einfach: darauf stellen, lostreten und alle 8 bis 10 Schwünge das Standbein wechseln. Das Standbein ist auch kräftemäßig am stärksten beansprucht. Zudem macht sich die Höhe der Bodenfreiheit bemerkbar: je höher desto mehr (Stand-)Kraft wird benötigt. Beim Kurvenfahren nehme ich das kurvenseitige Bein von Standbrett und sichere die Kurvenfahrt.

Hat man jetzt das Doggie vor dem Roller ändert sich die Fahrtechnik etwas.
Bei Kurvenfahrten verlagere ich das Körpergewicht nach hinten, um so besser in die Kurve zu gehen. Dabei nehme ich immer noch das kurvenseitiges Bein zum Boden und stelle leichten Kontakt her. Auch beim Bremsen hat sich die Gewichtsverlagerung nach hinten, unten als sehr vorteilhaft erwiesen. Die Gefahr, auch bei kräftig eingesetzter Vorderradbremse über den Lenker abzusteigen, verringert sich drastisch.

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Kommentare: 1

  • #1

    Hajo Quade (Sonntag, 18 Dezember 2011 01:05)

    Schöne übersichtlich und einfach gestaltete Site. Einfach verständlich und hoch interessant. Ich habe den Eindruck, dass hier Kompetenz und gesunder Menschenverstand am Werk waren. Toll die interessanten Bilder/Links etc. für solche wie mich, die vollkommen neu in diesem Metier sind... Vielen Dank!

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