Ausrüstung - Bergwandern

Werbung

Dogtrekking-Gurt am Rucksack

Dogtrekking – Bauchgurt und Rucksack? Wie geht das?

Zuggurte aus Gurtbändern mit eingenähten Metallringen
Zuggurte aus Gurtbändern mit eingenähten Metallringen

Wer intensivere Dogtrekking-Touren unternimmt, der kann auf einen Rucksack nicht verzichten. So stellt sich über kurz oder lang die Frage: Wie bekomme ich das mit dem Bauchgurt und dem Hüftgurt vom Rucksack hin? Beides zusammen passt nicht wirklich übereinander!

 

Meine Lösung ist ganz einfach: ich spare mir den Bauchgurt und funktioniere den Hüftgurt des Rucksacks zum Bauchgurt um!

 

Dazu benötig man zwei gleich lange Gurtbänder, in die an beide Enden je ein Metallring eingenäht wird. Die Länge der so entstandenen Zuggurte wird auf die eigenen Körpermaße abgestimmt, dazu später mehr.

Zuggurte mit Karabinern am Hüftgurt befestigt
Zuggurte mit Karabinern am Hüftgurt befestigt

Ferner werden zwei HMS-Karabiner benötigt. Diese stammen aus dem Klettersport und haben eine Schnappverriegelung, die zusätzlich noch verschraubt wird. Diese Karabiner werden seitlich links und rechts am Hüftgurt in die Zurrgurte eingehakt, die zur Korrektur des Sitzes des Rucksacks auf dem Hüftgurt dienen. So bekommt man zwei Zuggurte, die vor dem Körper zusammengeführt werden und in die dann die Zugleine eingehakt werden kann. Hier setze ich noch einen Panikhaken dazwischen, damit am Berg, insbesondere beim Abstieg, der Hund kurzfristig freigegeben werden kann.

 

Die Länge der Zuggurte sollte so bemessen sein, dass man beim Hochsteigen am Berg NICHT mit den Knien in die Zuggurte gerät. Das probiert man am besten mit aufgesetztem Rucksack auf einer Treppe aus. Dabei sollte man den größtmöglichen Schritt nach oben machen, den am Berg ausführen würde. So bemessen muss nur noch die Längenzugabe für das Einnähen der Metallringe bedacht werden.

Das folgende Bild zeigt das Gesamtsystem im Einsatz.

Dogtrekkingsystem am Hüftgurt
Dogtrekkingsystem am Hüftgurt

Julius K9 Trage- und Abseilgeschirr (ältere Version)

Julius K9 Trage- und Abseilgeschirr
Julius K9 Trage- und Abseilgeschirr

Im Gegensatz zum Ruffwear DoubleBack™ Harness (s.u.), der gleichzeitig auch Führgeschirr ist, handelt es sich beim Julius K9 um ein reines Trage- und Abseilgeschirr.

 

Im K9 findet der Hund den nötigen Halt, um auch auf längeren Passagen oder in rauheren Einsätzen sicher und komfortabel getragen werden zu können. Der feste Außenstoff ist robust und kratzfest, das Geschirr ist in seiner Länge durchgehend verstärkt, so dass die Hunde im Geschirr nicht durchhängen können. Das hat aber auch zur Folge, dass das Geschirr nicht kleiner gefaltet werden kann. Es muss in der vollen Länge (60 cm) in den Rucksack passen.

Die drei Schließen bestehen aus festen Nylon-Elementen und Verzurrschlaufen. Alle tragenden Verschlüsse sind robust und eher schwergängig, d.h. sie lösen sich nicht leicht. Klickverschlüsse werden lediglich bei den unteren Befestigungen des Rucksack-Tragegeschirrs verwendet. Die beanspruchten Verschlüsse und O-Ringe, die das Gewicht des Hundes aufnehmen, sind aus Metall.

Die Elemente des Julius K9 Abseilgeschirrs
Die Elemente des Julius K9 Abseilgeschirrs

Alle Teile sind angenäht, so dass die Innenseite des Geschirrs keine Elemente aufweist die drücken könnten. Zudem können eventuell sich öffnenede Nähte einfach und fachgerecht wieder geschlossen werden, so dass das Geschirr schnell wieder einsatzbereit ist. Es werden keine "Spezialbauteile" verwendet, alles kann problemlos repariert oder ersetzt werden.  

 

Die Trageschlaufen sind rucksackartig ausgelegt und gut mit Neopren gepolstert. Sie können in der Länge angepasst werden und haben einen mittigen Stabilisierungsverschluss. Der Tragekomfort ist ok, aber nicht mit einem spezialisierten Rucksack vergleichbar. Trotzdem ist der Hund auch auf mehreren hundert Metern problemlos zu tragen und auch das Doggie scheint sich darin wohl zu fühlen.

Zum Abseilen verwendet man einen geeigneten und zugelassenen Karabiner oder Schäkel und befestigt diesen an den Trageschlaufen.

 

Das Geschirr gibt es in verschiedenen Gewichtsgrößen, das hier abgebildete Geschirr ist für Hunde bis 25 kg geeignet.

Fotos: Fuchs

Tragegeschirr Julius K 9 im Einsatz Foto: Fuchs
Tragegeschirr Julius K 9 im Einsatz Foto: Fuchs

Als Tragegeschirr im Einsatz beim Bergsteigen. Auf der linken Seite sind die Rucksackgurte und die robusten Metallhaken zur Befsetigung gut zu sehen (Aufstieg Wildes Mannle).

Abseilgeschirr Ruffwear DoubleBack™ Harness

Toback mit dem DoubleBack™ Harness; Foto: Fuchs
Toback mit dem DoubleBack™ Harness; Foto: Fuchs

Das Ruffwear DoubleBack™ Harness haben wir uns zugelegt, um ein Kletter- und Abseilgeschirr zu haben, das ohne die typischen Kunststoffschließen auskommt. Diese Verschlüsse sind immer bruchanfällig und haben im Gebirge nicht die nötigen Sicherheitsreserven, die man einfach benötigt.

 

Statt der Kunststoffverschlüsse kommen vier eloxierte Aluminiumverschlüsse zum Einsatz, die das Rückstecker-Prinzip der Klettergurte aufweisen. Diese Verschlüsse sind sehr langlebig und bieten genügend Sicherheit, wenn es darauf ankommt. Auch das verwendete Gurtmaterial kommt aus dem Bergsteigen, was es nicht davor schützt, mal eben vom Hund verkürzt zu werden. Grundsätzlich ist es aber auf 900 kg oder 8,9 kN (Kilonewton) Stärke geprüft worden.

Die Passform ist gut und eignet sich für schlanke und athletische Hunde, da der Schnitt sehr figurbetont ist. Neben dem zweiteiligen Korpus gibt es noch eine Verlängerung für die Hinterläufe (Beinschlaufen), damit das Gewicht so besser verteilt ist und der Hund in einer möglichen Abseilsituation nicht nach hinten aus dem Geschirr herausrutschen kann.

 

Dementsprechend gibt es auch zwei auf Stärke geprüfte Befestigungspunkte zum einfachen Anbringen des Seiles am Geschirr. Auf dem Bild links ist das der rote Griff, auf dem Foto oben sieht man auch den Griff auf der Verlängerung. Die Beinschlaufen könnten etwas besser einzustellen sein, aber da man sie nicht immer benötigt, können sie auch gut in der kleinen Reißverschlusstasche auf dem Rückenteil des Geschirrs verstaut werden. Und da sie nicht abnehmbar sind, kann man sie auch nicht vergessen.

 

Wir finden, dass DoubleBack Harness ist ein gut anpassbares, auf Sicherheit ausgelegtes und geprüftes Hundegeschirr zum Anheben und Ablassen in anspruchsvollem Gelände, sofern man für die Touren eine solche Sicherheitsreserve benötig. Aber auch beim Einsteigen in Gondeln oder bei Treppen ist es hilfreich, weil man den Hund darin problemlos anheben kann, ohne Angst haben zu müssen, das Tier falsch anzuheben oder dass die Gurtbänder reißen und die Schnallen sind öffnen

 

Die Materialien sind wertig und gut verarbeitet und die Nähte sind nach den Vorgaben für das Bergsteigen gefertigt worden. Wie gut die Haltbarkeit wirklich ist, wird sich über die Jahre und die Vielzahl der Einsätze zeigen. Wir haben bereits nach den ersten Verwendungen einen guten Gesamteindruck von dem Geschirr und können bisher keine funktionalen oder verarbeitungsbedingten Mängel feststellen.

Hundepacktaschen

Foto: Fuchs


Kommentar schreiben

Kommentare: 0