Ernährung

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Literatur über die Ernährung von Hunden findet man in einem Spannungsbogen von Grundsatzdiskussion bis hin zur philosophischen Abhandlung – von Trockenfutter bis hin zu BARF.

 

Fest steht, dass Caniden Allesfresser und Opportunisten sind, wie ihre Verwandten, die Wölfe. Fleisch bzw. tierische Nahrung macht aber dennoch einen wichtigen und hohen Anteil an der Nahrung aus, ist aber nicht die alleinige Quelle. Erstaunlicherweise fressen Wölfe aber nachweislich keinen Mageninhalt von Pflanzenfressern, lediglich deren Därme mit dem darin befindlichen grünen Inhalt (vgl. Bloch (2010): Wölfisch für Hundehalter. S. 172). Fest steht ebenfalls, dass pflanzliche Nahrung wichtige Inhaltsstoffe hat, die auch in der Ernährung von Caniden meist nicht schädlich sind. Meist, denn einige Pflanzen bekommen auch Hunden nicht gut. Hier verweise ich auf die umfangreiche Literatur und verschiedene Online-Fundstellen zu diesem Thema.

 

Etwas kniffeliger wird es dann schon, wenn die Hunde, insbesondere die Schlittenhunde, arbeiten, d.h. sportlich aktiv sind. Professionelle Musher suchen sich meist einen Sponsor, da sonst die Futtermengen für 10 – 40 arbeitende Hunde kaum zu bezahlen sind. Oder aber sie produzieren das Futter selber, weil sie über lange Jahre genügend Erfahrung dazu gesammelt haben.

Was man füttert kann, wie zuvor erwähnt, zur philosophischen Grundsatzfrage werden. Letztendlich läuft es aber, wie auch beim Menschen, auf die tägliche aufgenommene und verarbeitete Kalorienmenge hinaus. Dieses Verhältnis bestimmt, ob der Hund zu- oder abnimmt oder nur sein Gewicht hält.

 

Wie bestimmt man die richtige tägliche Kalorienmenge?

 

In der Literatur, insbesondere der amerikanischen/englischen findet sich eine Formel zur Berechnung der Resting Energy Requirements (RER), also des Energieverbrauchs in Ruhe oder auch Grundumsatz, für Hunde zwischen 2 und 45 kg.

 

Das RER berechnet sich nach der Formel:

RER in kcal/Tag = 30 x Körpergewicht des Hundes in kg + 70

 

Demnach hat ein 23 kg schwerer Hund einen Grundumsatz von:
30 x 23 + 70 = 760 kcal/Tag

 

Mit diesem RER kann jetzt das Daily Energie Requirement (DER), also die täglich benötigte Energiemenge, berechnet werden. Diese ist abhängig vom Aktivitätslevel und den Individualeigenschaften des Hundes und wird als Multiplikationsfaktor dargestellt.

 

Aktivität  

Täglich benötigte

Energiemenge

 
Gewicht halten    1,0 x RER
Erwachsener Hund, kastriert, bei
normaler Aktivität
   1,6 x RER
Erwachsener Hund, nicht kastriert,
bei normaler Aktivität
   1,8 x RER
Leichte Aktivität    2,0 x RER
Moderate Aktivität    3,0 x RER

Hohe Aktivität, schwere Arbeit

   4-8 x RER

Trächtige Hündin
(in den ersten 42 Tagen)

   1,8 x RER
Trächtige Hündin (in den letzten 21 Tagen)    3,0 x RER
Stillende Hündin    4-8 x RER
Welpe bis 4 Monate alt    3,0 x RER
Welpe ab 4 Monaten
bis zum Erwachsenenalter
   2,0 x RER
Quelle

So benötigt der oben beschriebene 23 kg schwere Hund, bei moderater Aktivität,

760 kcal (RER) x 3,0 = 2.280kcal/Tag.

 

Ferner ist der individuelle Gesundheitszustand bei der Bestimmung der Futter- bzw. Kalorienmenge ebenso zu berücksichtigen, wie die klimatischen Faktoren, unter denen die körperliche Aktivität erbracht wird. Arbeit bei niedrigen bis sehr niedrigen Temperaturen verlangt nach mehr Energie als bei „warmen Temperaturen“. Allerdings muss auch bei warmer Umgebung brücksichtigt werden, dass starkes und vermehrtes Hecheln ebenso zu einem erhöhten Energieverbrauch führt.

Die oben beschreibene Bestimmung der geeigneten Futtermenge setzt die Kenntnis des Energiegehalts des Futters voraus. Das ist meist auch kein Problem, da abgepacktes Futter auch eine entsprechende Deklarierung aufweisen muss. Nur gerade bei Onlineshops, die bei der Warenpräsentation auf die Daten der Hersteller angewiesen sind, können solche Informationen fehlen. Auch loses Futter wird nicht immer deklariert.

Abhilfe schafft die Bestimmung der umsetzbaren Energie mittels der Berechung aus den Angaben zu Fett-, Eiweiß- und Kohlehydratanteilen im Futter. Die Informationen dazu und auch eine Berchnungsmöglichkeit finden sich im Menüpunkt Energie.

Wichtiger Hinweis:

Diese Angaben stellen immer nur Anhaltswerte dar. Individuelle wie rassespezifische Eigenheiten müssen immer beachtet werden. Alle Angaben sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammen gestellt, aber auf jeden Fall ohne jegliche Gewähr.

Teil-BARF, d.h. regelmäßig Frischware als Ergänzung zum Trockenfutter. Hier ein Rinderkehlkopf ca. 450 g.

Zum Thema BARF hier ein interessanter Link: Das Brimborium um BARF